Themenjahr 2022

Ein Land, wo Milch und Honig fließen Themen, Projekte und Experimente in der Friedensgemeinde.
Wir holen uns Anregung beim Hirnforscher, beim Extrem-Botaniker wie beim Stadtplaner – und die Milch vom Bio-Bauern aus dem Blockland. Der Honig kommt von der Imkerin des Stadtwerders, die Kleidung von einem Upcyclingprojekt aus der Vahr. Wer mag, schaut sich gemeinsam mit anderen die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer Oberhausen an, den Kinofilm „Wer wir waren“ in der Friedenskirche oder das Theaterstück „99 Schritte zum Meer“ in der Bremer Shakespeare Company. Geplant ist auch ein sommerliches Fahrradfest auf der Humboldtstraße. Die Veranstaltungen unseres Themenschwerpunkts im ersten Halbjahr 2022 im Einzelnen:

Milchtankstelle Friedenskirche
Der Bio-Bauernhof Kaemena ist vielen von Touren ins Blockland gut bekannt. Dort kann man einkehren, das Bio-Eis „Snuuten lecker“ verspeisen oder Milch direkt vom Erzeuger holen. Ab dem 9. Januar aber ist der Weg zur Bio-Milch nicht mehr so weit: Dann eröffnet Bauer Kaemena seine neue Milchtankstelle vor der Friedenskirche in der Humboldtstraße. Rechts vom Portal wird er einen Kühlautomaten aufstellen. Alle können dort frische Bio-Milch zapfen: Privatpersonen und Wohngemeinschaften ebenso wie unsere Kita oder die Grundschule. Halbe, ganze oder gleich mehrere Liter können abgefüllt werden – in mitgebrachte Behälter oder in jene wiederverwendbaren Flaschen, die gleich nebenan aus dem Automaten gezogen werden können. Die regionale Vermarktung vermeidet Müll und weite Wege. Vor allem aber unterstützt sie gezielt eine andere Art von Landwirtschaft. Der zertifizierte Bioland-Betrieb lässt seine Kühe im Sommer auf die Weide, Kälber bleiben bei ihren Muttertieren. Im Winter bewegen sie sich im Stall mit eigenem Laufhof. Sie fressen frisches Gras, im Winter Silage und Heu vom eigenen Hof– garantiert frei von Gentechnik. Natürlich hat die umwelt- und tierfreundliche Haltung einen anderen Preis als Milch aus dem Tetrapak vom Discounter. Dennoch sind viele Verbraucher*innen längst bereit, dafür etwas mehr zu zahlen. Kaemenas Bio-Milch ist pasteurisiert (nette Versprecher machen daraus wegen der Nähe zur Kirche bereits eine „pastorisierte“ Milch). Sie sollte gekühlt mindestens fünf Tage frisch bleiben.

Regionalen Honig bietet unsere Tankstelle bald ebenfalls an. “Bienen und Honig habe ich schon früh beim Großvater kennengelernt“, erzählt Agnieszka Suszyk, die seit 2013 selbst imkert. Ihre Bienen sammeln den Ertrag der Blüten vom Stadtwerder ein, der alten Insel zwischen der Weser und dem Werdersee. Die Imkerin erntet im späten Frühjahr und im Sommer, schleudert und füllt den Honig dann teils flüssig, teils cremig gerührt ab. „Susa summ summ“ – ein süßes Produkt aus der nächsten Umgebung des Viertels.

Neben der Tankstelle bieten wir künftig einen Schrank für den Büchertausch an. Dort können alle Bücher für andere einstellen. Wer Lesestoff sucht, kann sich dort herzlich gern kostenlos bedienen. Auch dies ein Schritt zum nachhaltigen Umgang mit wertvollen Dingen. Eine Sammelstelle für alte Handys und Tablets/iPads ist dann im Café Pax (im Gemeindehaus) zu finden. Denn diese elektronischen Geräte beinhalten kostbare Rohstoffe, die dringend wiederverwertet werden sollten. Wohl fast jede und jeder hat noch ein Altgerät in der Schublade liegen. Die können in unsere Sammelstelle gebracht werden. Eine Firma löscht dann den Datenbestand, der sich darauf evtl. noch befindet, und sortiert: Manche Geräte werden direkt weiterbenutzt, andere zerlegt und die kostbaren Rohstoffe werden dem Recycling zugeführt. Erlöse kommen der BUND-Jugend zu Gute.

Sonntag, 9. Januar
11.00 Uhr: Auftakt zum Themenjahr im Familiengottesdienst
11.45 Uhr: Eröffnung der Milch- und Honigtankstelle und der Handy-Sammelstelle
Nach einem Umbau im Frühjahr wird dann auch Büchertausch angeboten.

Klimasprechstunde:
Donnerstag, 20. Januar, um 19 Uhr bieten wir eine KLIMASPRECHSTUNDE an mit Dr. Christian Gutsche. Thema:
“Was Sie zum Klimaschutz schon immer fragen und wissen wollten”.
Wegen der zurzeit sehr hohen Covid-Inzidenz in Bremen weichen wir dafür in den digitalen Raum aus.
Gern können Sie sich über diese Zugangsdaten einwählen und dem Zoom-Meeting beitreten:
https://us06web.zoom.us/j/84654924030?pwd=YVU2UzFUOFZ0MkNJTXNMNDQ1QXBMZz09
Meeting-ID: 846 5492 4030
Kenncode: 280540 

Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“
Im Gasometer Oberhausen im Ruhrgebiet ist eine beeindruckende Ausstellung zum Klimaschutz zu erleben. Was für ein Symbol: Im Denkmal einer alten klimaschädlichen Industrie wird heute das Staunen über die anrührende Schönheit der Natur gelehrt. Preisgekrönte Fotografinnen und Fotografen aus aller Welt zeigen großformatige Bilder und Videos über die Vielfalt unseres Planeten, aber auch den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt. Es ist eine bildgewaltige Reise durch die bewegte Klimageschichte. Höhepunkt der Ausstellung ist eine monumentale Skulptur der Erde: In einem riesigen Turm schwebt ein großer Globus, auf den hochaufgelöste Satellitenbilder projiziert werden. Ein Erlebnis, das tief berührt und ebenso nachdenklich wie entschlossen macht. www.gasometer.de
Die Friedensgemeinde chartert den Bus, sorgt für Karten u. Audioguides zur Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer Oberhausen. Bitte bringen Sie Proviant mit. Reisepreis: Erwachsene 28,- € (Ermäßigungen für Jugendliche, Familien und alle anderen möglich, bitte sprechen Sie uns an!). Anmeldung im Gemeindebüro, Tel. 7 42 42.
Tagesreise am Sonnabend, 12. Februar
Abfahrt: 8.00 Uhr vor der Friedenskirche, Rückkehr gegen 19.00 Uhr.

Kinofilm „Wer wir waren“
Was werden zukünftige Generationen wohl über uns denken? Der Filmemacher Marc Bauder befragt sechs Forscher*innen nach der Gegenwart und Zukunft. Im Film betrachtet der Astronaut Alexander Gerst aus dem Weltraum unseren schönen Planeten. „Von der Raumstation sehen wir die Erde als eine blaue Oase, umgeben von schwarzem, lebensfeindlichem Nichts“, sagt er. „Manchmal muss man etwas zurücktreten, um die Zusammenhänge zu sehen, das große Ganze. Im Alltag denken wir oft, unsere Welt sei unendlich groß“. Aus dem All aber werde einem klar, wie winzig und verletzlich sie sei. „Wir alle sind Astronautinnen und Astronauten auf dem Raumschiff Erde: Eine gemeinsame Crew“. Der Wirtschaftswissenschaftler Dennis Snower berät Regierungen. Er setzt sich für ein gerechtes und nachhaltiges Handeln ein. Konsum habe keinen Wert, wenn er Welt und Beziehungen zerstöre. „Wir brauchen ein radikales Umdenken“. Wir selbst haben es in der Hand wer wir sind, wenn wir unsere Gemeinsamkeit, unser ›Wir‹ erkennen.
Filmabend, Eintritt frei:
Mittwoch, 23. Februar, um 18.30 Uhr in der Friedenskirche

Theaterbesuch: 99 Schritte zum Meer
Schauplatz für das neue Stück der Bremer Shakespeare Company ist ein Familienhotel am Meer. Früher lag es 99 Schritte vom Meeressaum entfernt. Aber der Abstand verringert sich, wegen der Klimaerhitzung kommt das Wasser bedrohlich näher. Die Familie versucht zu retten, was zu retten ist. Alle wollen es besser machen als vorige Generationen. Denn es hilft ja nicht, stets nur anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Also heißt es: Anpacken! Werden sie, werden wir es schaffen?
Die Friedensgemeinde hat ein Kartenkontingent erworben. Karten dafür NUR über das Gemeindebüro (Tel. 7 42 42), die Aufführung findet im Theater am Leibnizplatz statt.
Theaterbesuch mit Nachgespräch
Sonnabend, 26. Februar, um 19.00 Uhr

Second-Hand-Basar, Fahrradwerkstatt, Repair-Café
Am Sonntag, 6. März, wird unser Gemeindehaus zum Second-Hand-Basar: Zu Gast ist das Sozialkaufhaus der Ev. Kirchengemeinde in der Neuen Vahr. Nach dem Familiengottesdienst können Besucher*innen ab 12 Uhr in einem vielfältigen Angebot an hochwertiger, gut erhaltener Kleidung stöbern sowie in der Fahrradwerkstatt und dem Repair-Café Unterstützung beim Reparieren bekommen.
Kleidung ist inzwischen vielfach eine Wegwerfware. Oft wird ein Kleidungsstück heute nur zwei Mal getragen. Unter schlimmsten Arbeitsbedingungen in Übersee produziert, wird Kleidung tausende von Kilometern transportiert, um hier die Kaufhäuser zu fluten. Was übrig ist, wird vielfach gleich wieder vernichtet. Was wir dagegen tun können? Ganz einfach: Gebraucht kaufen. Es ist günstig, spart enorm CO2 – und hat zudem Stil. Produkte aus der „Vintageabteilung“ sind besonders für junge Leute und Studierende attraktiv. Was in den 80er Jahren modern war, kommt heute wieder in Mode. Im „Sozialkaufhaus“ wird Wert auf Qualität gelegt, angeboten werden hochwertige, gut erhaltene Markenkleidung wie auch Möbel, Haushaltswaren und Fahrräder. Eine bewusste Abwendung vom Dauer-Konsum, der uns dazu bringt, Dinge meist nur kurze Zeit zu nutzen – das wäre im Sinne des Klimaschutzes nachhaltig.
Sonntag, 6. März
11 Uhr: Familiengottesdienst
12 Uhr: Second-Hand-Basar, Fahrradwerkstatt, Repair-Café

Prof. Gerhard Roth (Hirnforscher):
Klimaschutz und Verhaltensänderung bei Menschen
Nahezu jeder würde inzwischen unterschreiben, dass die derzeitige Klimasituation dramatisch ist und wir unbedingt etwas tun müssen. Leider verstehen viel weniger Leute dies als Aufforderung zu persönlichem Handeln, und noch viel weniger Leute tun tatsächlich etwas. Die neurowissenschaftliche Forschung kann gut erklären, warum wichtige Verhaltensänderungen so schwer zu erreichen sind. „Es ist dringend erforderlich, diese Erkenntnisse in die Planung von Maßnahmen zur Rettung des Klimas zu berücksichtigen”, meint der renommierte Bremer Hirnforscher Prof. Dr. Gerhard Roth. Er wird dazu im Gemeindesaal sprechen. Der Eintritt ist frei.
Mittwoch, März 2022, um 19.30 Uhr

Verpackung – Nutzen oder Müll?
Verpackungsmüll stellt ein drängendes Umweltproblem dar. Für die Herstellung von Bechern, Tüten und Folien werden Unmengen an Energie aufgewendet und klimaschädliche Gase emittiert. Nach Gebrauch werden sie vielfach achtlos in die Landschaft geworfen, treiben im Meer umher und vergiften Vögel, Fische, ganze Nahrungsketten. Die Überreste unseres Konsums werden in arme Länder exportiert, wo Menschen auf Müllbergen leben, um die Werte darin zu bergen. Eine Lösung wäre der bewusste Verzicht auf Verpackung, Unverpacktläden versuchen sich daran. Dort aber, wo Verpackungen nötig scheinen, wäre es wichtig, statt Plastik umwelt- und klimafreundliche Alternativen zu nutzen. Zu Gast sein wird u.a. Winfried Batzke vom Deutschen Verpackungsinstitut Berlin
Vortrag und Diskussion
Mittwoch, 30. März, um 19.30 Uhr (Gemeindesaal)

Kleidertausch
Die Jugendgruppe der Friedensgemeinde organisiert einen Kleidertausch. Jugendliche und junge Erwachsene sind am Sonnabend, 14. Mai, ab 14 Uhr herzlich eingeladen, bis zu zehn aussortierte, aber gut erhaltene und gewaschene Kleidungsstücke mitzubringen. Sie können dann im so entstandenen Fundus auf die Suche nach neuen Teilen gehen – natürlich inklusive gegenseitiger Beratung und einem genussvollen Anprobieren.
Sonnabend, 14. Mai, 14 Uhr (Gemeindesaal)

Prof. Christoph Grafe: Wie sich die lokale Stadtgesellschaft immer neu erfindet
Im Rahmen der jährlichen Veranstaltungsreihe „Das Viertel isst…“ wird der Architekturhistoriker und Stadtplaner von der Bergischen Universität Wuppertal über die Erneuerung städtischer Räume sprechen. Zuletzt haben die Covid-Pandemie und auch die Klimaerhitzung Fragen danach aufgeworfen, wie das Leben in der Großstadt attraktiv und lebenswert bleiben könne. Grafe begleitete Umgestaltungsprozesse in Delft und Amsterdam, London, Antwerpen und anderswo.
Freitag, 20. Mai, 18 Uhr
Das Viertel isst… – Gemeinsames Essen und Debattieren
Eine Voranmeldung ist unbedingt nötig (Gemeindebüro, Tel. 7 42 42)
Kostenbeitrag: 7,- €

Rundgang mit dem „Extrem-Botaniker“
Jürgen Feder ist ein gefragter Referent zur Pflanzenwelt Nordwestdeutschlands. Er gilt als „Extrem-Botaniker“ und „Pflanzenretter“, weil er in leicht verständlicher Sprache seine Begeisterung für den Artenreichtum am Wegesrand zu vermitteln versteht. Mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erkundet er regelmäßig die Umgebung, um mit ihnen ganz genau hinzusehen. Jetzt bietet Feder Interessierten aller Altersgruppen einen Rundgang durch unser Viertel an, auf dass uns kein „Mauerblümchen“ entgehen möge.
Botanischer Rundgang durchs Viertel
Mittwoch, 25. Mai, um 18 Uhr
Treffpunkt am Gemeindehaus, Eintritt frei

Fahrradrallye auf der Humboldtstraße
Das Gemeindefest wollen wir am Sonntag, 26. Juni, als sommerliches Straßenfest begehen. Nach einem Familiengottesdienst um 11 Uhr soll die Humboldtstraße teils für den Durchgangsverkehr gesperrt werden und wird zur Fläche für bunte Aktivitäten. Zusammen mit dem Allgemeinen deutschen Fahrradclub (ADFC) und anderen wird es spaßige Wettbewerbe geben: Vom Laufrad-Rennen für kleine Kinder über das Ausprobieren von Jux-Rädern bis hin zur Rallye für Lastenrad-Fahrer*innen, die auf einem Parcours Kisten von da nach dort transportieren sollen. Möglicherweise kommentieren prominente Reporter das Geschehen, das auf einer Großbildleinwand übertragen wird. Daneben wird es Circus und Mitmachangebote geben, Essen und Trinken.
Sonntag, 26. Juni
11 Uhr Familiengottesdienst
12 Uhr Fahrradfest auf der Humboldtstraße

 

Hört doch auf – und fangt an!     Themenjahr 2022: Anders handeln.

Wir wissen viel über die Erderhitzung und den Treibhauseffekt. Fast alle reden darüber, wie wir die Klimakrise eindämmen könnten – doch am entschlossenen Handeln hapert es oft noch sehr. Inzwischen ist es schon ein halbes Jahrhundert her, dass der Club of Rome „Grenzen des Wachstums“ anmahnte. Wir dürften nicht weiter wirtschaften wie bisher, meinten jene Wissenschaftler*innen schon im Jahr 1972, dafür sei unsere Erde schlicht zu klein, zu begrenzt, zu verletzlich. Es müsse künftig anders gehen – ohne das falsche Versprechen eines angeblich „ewigen“, wirtschaftlichen Wachstums. Seither trafen sich 200 Länder regelmäßig zu Beratungen, die Weltklimakonferenz von Glasgow im letzten November war bereits die 26. ihrer Art. Die sechsundzwanzigste!
„Kein Blabla mehr“, forderten Aktivist*innen von „Fridays for Future“ am Rande der Konferenz. Greta Thunberg stellte fest: „Mehr als 50 Prozent aller CO2-Emissionen sind seit 1990 ausgestoßen worden, ein Drittel sogar erst seit 2005“. Das Zerstörungswerk (der Ausstoß klimaschädlicher Gase) beschleunige sich also sogar noch, von einer Reduzierung seien wir derzeit noch weit entfernt. Und man fragt sich: Was ist nur los mit uns? Was können wir tun? Ernüchtert stellen viele fest, dass Wollen nicht immer auch gleich Können bedeutet. Dennoch ahnen wir, dass die Zeit für billige Ausflüchte abgelaufen ist, dass es überhaupt keine Lösung ist, die Verantwortung stets auf „die Anderen“ zu schieben. Der frühere US-Vizepräsident Al Gore ruft auf: “Jetzt ist die Zeit zu handeln!“ Es müsse endlich Schluss sein mit dem Aufschieben, der Ablenkung und dem Festhalten an der Vergangenheit.
Die Evangelische Friedensgemeinde im Steintorviertel lädt alle Interessierten herzlich ein zu ihrem Themenjahr 2022. Zum gemeinsamen Nachdenken und Beraten, zu Tagesausflügen, forschenden Rundgängen, zu Ausstellungs- und Theaterbesuchen. Es sollen aber auch ganz praktische Schritte gegangen, konkrete Projekte gestartet und gemeinsam neue Erfahrungen gemacht werden.
Das Reden miteinander ist schon gut und wichtig – auch deshalb, weil wir mit unseren eigenen Begrenzungen klarkommen, mit unseren Widersprüchen und Unentschiedenheiten leben müssen. „Einfache“ Lösungen nämlich wird’s kaum geben. Genauso aber zählt das entschlossene Handeln, das beispielhafte Ausprobieren, der „hemmungslose Kleinversuch“, wie der Sozialwissenschaftler Ulrich Beck das widerständige Leben in der „Risikogesellschaft“ einst verlockend beschrieb.
Daher werden wir im kommenden Jahr auch manches gemeinsame Experiment wagen. Immer hart am Wind, stets an jener Grenze entlang, die das bisherige Zaudern und Zögern noch von der Entdeckung neuer Möglichkeiten trennt. Denn Veränderung ist nicht nur dringend nötig, sondern auch machbar und verheißungsvoll. Sie kann sogar Freude bereiten und kostbare Erfahrungen freisetzen für die Zukunft. Unter dem Motto: „Hört doch auf – und fangt an! Anders handeln“.

Herzlich willkommen!
Bernd Klingbeil-Jahr, Pastor